1. Polyamorie 01


    Datum: 16.02.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... Kussversuch aus, erst zögerlich dreht sie ihren Kopf zu ihm und fragt: „Wie sehr liebst du mich?"
    
    „Wenn du bei mir bist, habe ich Schmetterlinge im Bauch. Wenn wir uns küssen, berühren deine Lippen nicht nur meinen Mund, sondern mein Herz. Jeder Blick von dir lässt mich in Erwartung erstarren. Der Sex mit dir ist wie eine Achterbahnfahrt durchs Leben. Lena, ich liebe dich so sehr, dass, wenn du nicht da bist, mir die Brust wehtut, ich könnte mir dann mein Herz herausreißen."
    
    „Ich glaube dir, mir geht's genauso", schluchzt Lena. Beide küssen sich.
    
    Es ist die schönste Liebeserklärung, die ich je von einem Mann gehört habe. Ich habe recht, da ist mehr. Es muss viel mehr, als bloßer Sex sein, der die beiden verbindet. Sie müssen etwas gemein haben, dass mir nicht offensichtlich war.
    
    Was ist hier nur passiert? Ich bin lediglich hierhergekommen, um Lena wiederzusehen. Ich wollte mich vergewissern, dass es ihr mit Frank, ihrem Geliebten, gut gehen würde. Ich konnte doch nicht ahnen, dass ich mich auch in ihn verliebe. Mehr noch, ich spüre Eifersucht -- auf Lena. Das kann nicht sein, das darf nicht sein, ich liebe sie doch auch.
    
    Jetzt erkenne ich es. Ich kann Frank nicht für mich allein haben. Ich spüre jetzt dieselben Verlustängste, die Lena noch vor ein paar Minuten gespürt hat. Es verwirrt mich, ich muss es wissen: „Und was ist mit mir?", frage ich ernst.
    
    Lena und Frank antworten mir gleichzeitig: „Das ist Lisas Spruch."
    
    Was ist das den für eine Antwort? Als ...
    ... beide gleichzeitig anfangen zu lachen, kann ich nicht anders, ich muss mitgrinsen. Es ist schon eine merkwürdige Situation. Etwas Lachen kann befreiend sein. Doch ich sehe Frank erwartungsvoll an, ich muss es wissen, er soll mir antworten.
    
    „Mit dir ist es ... Anders. Ich nehme dich anders wahr als Lena. Ich spüre, dass da mehr ist, mehr ... geistige Verbindung. Selbst mit Sonja hatte ich dieses Gefühl nicht. Ich empfinde einen perfekten Moment, wenn wir zusammen sind. Aber das ist nicht alles, was für uns beide zählen darf. Ich muss auch an Lisa und Lena denken, an daswir. Das sind nicht nur wir zwei oder drei,wir ist eine Gemeinschaft, eine Familie, die mal kleiner wird oder auch mal größer.Wir, das sind nicht nur du, Yasmin, und ich, dazu gehören auch Lena und Lisa, dennwir sind eine Familie."
    
    Er fühlt also auch diese perfekten Momente. Es verwirrt mich trotzdem, denn er erwähnt seine Familie. Ich habe auch eine Familie, an die mir etwas liegt. Wie soll das alles hier enden? Ich kann nicht so weitermachen, ohne auch an meine Familie zu denken. Frank muss an seine denken.
    
    Es waren nur ein paar Stunden, aber mein Leben hat sich verändert. Frank hat mein Leben für einen kurzen Moment bereichert. Ich setze mich zu den beiden aufs Bett, ich muss es ihm sagen. Es wird für mich die schwerste Entscheidung.
    
    „Ich muss auch an meine Familie denken. Meine Mutter, meinen Vater, was ist, wenn siedas hier herausbekommen. Wir sind türkisch, da ist man nicht so tolerant. Ich kann ...
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