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Zukunftsförderung - Teil 08
Datum: 12.10.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byredwalker
... etwa fünfzig Meter bis weit hinter den Pool. Max und Hannah standen da mit aufgerissenem Mund und staunten nur, bis sie ein leises Lachen von hinten hörten. An einer zweiten Türe zu Küche stand Corinna und lachte: „So reagieren alle, die hier reinkommen und das zum ersten Mal sehen." Sie wies auf die Couchlandschaft: „Setzt euch doch und ich erklär euch alles." Sie hob eine Flasche Wasser und drei Gläser: „Was zu trinken?" Sie stellte die Gläser auf den niedrigen Couchtisch und schenkte ein. Die beiden nahmen ein Glas und tranken es mit gierigen Schlucken leer, dabei stellten sie fest, dass sie seit dem Mittagessen nichts mehr getrunken hatten, nicht mal nach dem Erlebnis in Corinnas Hinterzimmer. Mit einem zweiten Glas in der Hand lehnten sie sich zurück: „Mensch Corinna, entweder bist du eine heimliche Millionärin oder du hast dich einfach in dieses Haus geschlichen und wir werden gleich rausgeschmissen." Max war völlig platt. Hannah konnte noch gar nichts sagen. Aber Corinna fing an zu erzählen und sie hörten ihr zu: „Also ... Das Haus gehörte meiner Tante und ihrem Mann, ich hab es von ihnen geerbt. Sie haben hier mit der Schwester ihres Mannes und deren Mann gelebt. Meine Eltern sind bei einem Autounfall umgekommen als ich acht war, seitdem habe ich hier bei meiner Tante gelebt, die mich zuerst gar nicht leiden konnte, weil ich sie an meine Mutter, also ihre kleine Schwester erinnert habe. Aber mit der Zeit haben wir uns angefreundet und am Ende waren wir die besten ...
... Freundinnen. Mein Onkel hatte eine gut gehende Firma und verdiente damit sehr viel Geld. Als ich zwölf war, sind wir hier eingezogen und ich kenne seitdem nur dieses Haus. Die Schwester meines Onkels und ihr Mann sind damals auch hier eingezogen, die vier haben sich total gut verstanden. Darum war es auch so ein harter Schlag, als die beiden plötzlich bei einer Tour im Australienurlaub verschwunden sind. Ein halbes Jahr wurde gesucht und man fand sie in einem ausgebrannten Wagen am Fuße einer Schlucht. Sie waren überfallen und erschossen worden. Damals war ich gerade achtzehn geworden. Mein Onkel und meine Tante waren danach nicht mehr dieselben. Sie zogen sich immer mehr zurück, viele Freunde kamen nicht mehr und es wurde richtig ruhig hier im Haus. Der Onkel verkaufte einen Großteil der Firma und hatte damit mehr Geld, als sie ausgeben konnten. Sie blieben aber immer zu Hause, gingen kaum aus, fuhren nicht weg und wurden immer stiller." Corinna trank etwas und man sah eine Träne in ihrem Auge glitzern. Sie schluckte und erzählte weiter: „Dann, vor fünf Jahren, hatte mein Onkel irgendwelche Schmerzen und beim Arzt stellten sie einen inoperablen Tumor in seinem Brustraum fest, der drückte aufs Herz und es dauerte nur vier Monate bis er starb. Danach war meine Tante total gebrochen. Sie lag nur noch in ihrem Bett, ließ die Jalousien zu, aß nur noch, wenn sie gefüttert wurde und verging immer mehr. Sie war zwar erst 65, aber ihr Körper sah zwanzig Jahre älter aus. Sie litt ...