1. Eine perfekte Nacht


    Datum: 25.11.2022, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Dingo666

    ... Schlafsack habt, dann kann ich mich ja irgendwo auf einem Teppich legen", meinte ich resigniert und staute meinen Kulturbeutel wieder zurück in den Rucksack.
    
    "Aber... das Bett ist doch groß genug!" Dorothea drängelte sich jetzt zwischen dem Gastgeberpärchen durch. Sie war wohl in meinem Alter, also Ende zwanzig, aber mehr als einen Kopf kleiner als ich. "Wir sind doch keine Teenager mehr. Ist doch nichts dabei, oder?"
    
    Harry zog überrascht, aber erfreut die Augenbrauen hoch und lächelte vorsichtig. Natalie sah so aus, als suchte sie noch nach Argumenten, um ihrer Bekannten das Bett alleine zu sichern. Der alte Freund ihres Verlobten konnte ja ruhig mit etwas Härterem vorliebnehmen.
    
    "Kein Problem für mich!", sagte ich schnell. Das Bett war wirklich breit, mindestens einsachtzig. Zwei Leute sollten sich darin also aus dem Wege gehen können.
    
    Kein Verlust!, dachte ich. Dorothea war beileibe keine Schönheit. Als sie mich nun etwas schüchtern anlächelte, kam sie zwar recht sympathisch rüber. Doch mit breiten Hüften und etwas kurzen, dafür stämmigen Beinen entsprach sie überhaupt nicht meinem Schönheitsideal. Sie hatte auch zu viel Busen unter der bieder wirkenden, weißen Bluse. Mindestens D, schätzte ich, vielleicht mehr, und anscheinend eher weich. Dazu glatte Haare in einem nichtssagenden Braun. Eine dünne Rundbrille. Keine besonders modische.
    
    Eine ganz normale, mäßig attraktive junge Frau also. Jeden Gedanken an eine mögliche Verbindung hätte ich weit von mir ...
    ... gewiesen. Meine Frauen mussten immer toll aussehen. Das war ich mir und meinem gut etablierten Ruf als Womanizer einfach schuldig. Auch, wenn es in letzter Zeit nicht so cremig gelaufen war mit den Mädels.
    
    "Na, dann wäre das ja geklärt!", rief Harry und rieb sich dabei die Hände, bevor noch jemand Einwände erheben konnte. "Und morgen früh gibt´s dann ein leckeres Frühstück für alle!"
    
    Das Frühstück interessierte mich gerade nicht die Bohne, aber ich nickte ihm zu und wandte mich dann an Dorothea.
    
    "Willst du zuerst ins Badezimmer?", fragte ich sie. Ich bin halt ein Kavalier alter Schule.
    
    ***
    
    "Mmmmmhhhhh.... nein... hhhhhh... nicht da lang.... ohhh...."
    
    Mein Kopf scheint in dicke Watte gepackt und das Bett dreht sich langsam, aber unwiderstehlich um die eigene Achse. Eine weibliche Stimme zerrte mich aus dem Tiefschlaf. Ich brauchte einige Sekunden, bis ich mich daran erinnerte, wo ich gerade war, und warum jemand neben mir lag. Dieser jemand warf sich unruhig herum, schnaufte, und murmelte dabei nervöse Fetzen vor sich hin.
    
    Ich blinzelte einige Male mit verklebten Lidern und versuchte, alles zu ignorieren und wieder zurück in den Schlaf zu sinken. Aber nun stieß Dorothea einen halblauten Ruf aus und hielt die Luft an. Ein ausgesteckter Arm zuckte ziellos herum und eine Hand fiel mit einem dumpfen Geräusch auf die Matratze, keine zwanzig Zentimeter vor meiner Nase. Das wurde ja langsam körperlich gefährlich.
    
    Ich unterdrückte den Ärger über die Störung und ...
«1234...17»