1. Polyamorie 03 - Kapitel 07


    Datum: 10.07.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... ihre Hand, als sie mir den Ring ansteckte.
    
    Glücklich schaute sie zu mir auf. Ich lächelte und nickte ihr zu. Yasi lächelte zurück. Da nun bekanntlich der schönste Moment kam, und ich meine Yasi küssen dürfte, wollte ich mich ihr entgegenbeugen. Doch sie sprang ansatzlos an mir hoch und klammerte, trotz des langen Kleides, ihre Beine um mich.
    
    Da war sie wieder. Mein Kätzchen. Kein Anzeichen von Nervosität, selbstbewusst wie vom ersten Moment. In meinen Gedanken sah ich sie. Wie wir uns in Nürnberg begegneten, ihren schüchternen Blick, als sie in der Tür stand, den Kopf anhob und wir uns zum ersten Mal in die Augen sahen. Ich spürte, wie sich alleine bei dem Gedanken daran mein Herzschlag beschleunigte. Meine Erinnerungen wanderten weiter zu dem Moment, als wir in der Küche zum ersten Mal die ‚Blitze fliegen ließen'. Sie kurz vor Weihnachten zu uns nach Hannover kam und mich in der Tür wie eine Katze ansprang und durchgefroren und schluchzend darum bat, bei mir bleiben zu können. Ich liebte Yasi und würde sie niemals wieder gehen lassen. Erst mit ihr war ich in Gänze komplett.
    
    Aus dem Kuss machten wir eine Show. Erst Zungenkuss bis zum Auffressen, dann lehnte sie sich zurück und wir deuteten den schwebenden Fick an. Anschließend fiel sie mir in die Arme und stellte ihre Füße wieder auf den Boden. Nun hielt ich sie mit beiden Händen an der Schulter, drückte sie sanft nach hinten und sie ließ sich in meinen Arm sinken. Ich beugte mich über Yasi und gab ihr noch einen ...
    ... langen Kuss. Wir küssten uns innig und vergaßen unsere Umwelt. Sie schmeckte göttlich. Ich genoss den sanften Druck ihrer Zunge gegen meiner. Sie hatte ihre Augen geschlossen. Ich tat es ihr nach, um mit ihr noch enger verbunden zu sein.
    
    Als alle jubelten und auch die Frau des Friedensrichters begeistert in die Hände klatschte, öffneten wir unsere Augen. Ich schaute in das strahlendste Gesicht, das glücklichste Lächeln, das mir je von einer Frau entgegengebracht wurde. Mir schien, dass sie während unseres Kusses in ähnlichen Gedanken geschwelgt haben musste wie ich. Ich half ihr hoch.
    
    Als wäre nichts geschehen, stellten wir uns nebeneinander und warteten auf die nächsten Worte des Friedensrichters. Dieser grinste uns nur an und deutete mit der Hand auf die anderen hinter uns.
    
    Ach ja, da war doch noch was, fiel es mir wieder ein. Nun sollten wir die anderen für die Partnerschafts-Zeremonie zu uns holen. Aber bevor wir Julia und Marie zu uns bitten konnten, musste ich sie offiziell erst fragen, ob sie es auch wollten.
    
    Yasi und ich drehten uns zu ihnen. Erwartungsvoll schauten sie uns an.
    
    „Wir haben beschlossen, aus unserer Hochzeit eine Partnerschaftszeremonie zu machen. Darum wollen wir, Yasi und ich, nicht nur Lisa und Lena fragen, sondern auch euch, Julia und Marie: Wollt ihr mit uns eine partnerschaftliche Bindung eingehen?"
    
    Die vier standen wie angewurzelt da. Sie schauten erst uns, dann sich gegenseitig an. Lisa war die erste, die verstand, was wir wollten. ...
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