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Polyamorie 03 - Kapitel 07
Datum: 10.07.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... ein bisschen Blut fürs Hirn übrig lassen. Komm mit Tiger!" Damit griff sie mich am Schwengel und führte mich ins zweite Schlafzimmer. Wir legten uns in den bequemen Frotteemänteln nebeneinander ins Bett. Yasi drehte sich zu mir, schmiegte ihren Kopf an meine Schulter und ihr rechtes Bein über meinen Schenkel. „Wir werden nicht wie ein normales Ehepaar leben, oder?", fragte sie und kraulte mir mit ihren perfekten Fingernägeln über die Brust. „Nicht wie ein normales Ehepaar, aber wir werden gemeinsame Kinder haben und viele Menschen um uns, die wir lieben. Das kann besser sein, als ein ‚normales Leben'." Sie drehte sich auf den Rücken und richtete den Blick zur Decke: „Eigentlich ist es fast normal. Ich habe einen Mann, bald ein Kind. Wir wohnen in einem Haus und gehen einer Arbeit nach. Fast normal! Nur, dass wir mit vier weiteren sexbesessenen Familienmitgliedern zusammenleben und fast nicht aus dem Bett kommen. Das ist ein bisschen wie Inzest." „Willst du, dass es anders ist?", fragte ich und stützte mich auf dem Arm ab, um sie anzusehen. „Nein, bloß nicht! Aber irgendwie hat Juls schon recht. Wir werden soziale Freaks sein und von den anderen geschnitten und nicht akzeptiert werden." Sie richtete sich auch auf und sah mich an. „Was ist mit unserem Kind? Es wird in Kindergarten, Schule und evtl. Sportvereine gehen und dadurch sozial angreifbar werden. Sie werden es unsere Andersartigkeit spüren lassen. Das will ich nicht." „Das war doch schon ...
... immer so in der Gesellschaft. Früher die Juden, dann die Ausländer oder denk nur an die homosexuellen Paare, die ein Kind haben. Oder noch einfacher, Familien mit einem behinderten Kind. Es muss erst ein Regierungsprogramm geben, das eine Inklusion in den Schulunterricht zur Pflicht macht. Früher waren alle wie Tiere im Zoo auf eine Sonderschule gepfercht. Man will sie lieber wegsperren, als sich mit ihnen auseinandersetzen." „Du hast ja so recht. Es gibt viele, die anders sind und deswegen ausgegrenzt werden. Aber was kann man dagegen tun?" „Selber in die Politik gehen oder sich dagegen wehren, notfalls mit einer Organisation. Auf jeden Fall muss mehr Toleranz in der Gesellschaft entstehen. Für alles! Religionen, Alte, Junge, Ausländer. Es ist traurig, aber warum sollten wir unser neues Glück in Frage stellen? Wir sind alle alleine gewesen. Denk nur an Lisa, Lena und mich. Ich bin ein Witwer, Lisa und Lena sind Sozialwaisen und du bist von zu Hause geflohen, weil deine Eltern dich mit deinem Onkel verkuppeln wollten." „Was ist mit Julia und Marie? Haben die noch Familie?" „Weiß ich nicht. Das habe ich sie noch nicht gefragt. Aber sie sind genauso -- wie sagtest du ‚soziale Freaks' wie wir. Die passen prima zu uns, oder etwa nicht?" „Stimmt!", pflichtete sie mir bei und gab mir einen Kuss. „Wir sollten unseren Familiennamen ändern in ‚Freak', das würde zu uns passen." „'Frank und Yasmin Freak geben die Geburt ihres Kindes Chris Freak bekannt' Hat doch was. Dann ...