1. Polyamorie 03 - Kapitel 07


    Datum: 10.07.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... heißen unsere Sexkapaden ‚Freakshows' und wir machen eine Freitagsorgie zum ‚Freaky-Friday'."
    
    Yasi lachte wieder ihr ansteckendes Lachen. Sofort musste ich mitmachen. Wir steigerten uns in diese albernen, weil von uns nicht zu lösenden Gedankenspiele und lagen uns schließlich in den Armen.
    
    „Wie würdest du die Beziehung in unsere Familie dann nennen, wenn nicht Inzest oder Freaks?", wollte ich von ihr wissen.
    
    „Dafür gibt es einen Begriff: Polyamorie! Die Liebe von mehr als einem Menschen zur selben Zeit. Es handelt sich um einen Oberbegriff, der alle einvernehmlichen und auf Vertrauen basierenden, langfristigen intimen Beziehungen mehrerer Personen beschreibt", erklärte sie. Ich musterte sie fragend. „Polyamorie definiert sich vor allem über vier wesentliche Merkmale: Erstens: Ehrlichkeit oder auch Transparenz, das schließt den Ehebetrug aus. Keiner darf sich hintergangen fühlen. Zweitens: Die Gleichberechtigung aller. Mann und Frau leben im Konsens, also keine patriarchale Polygynie. Das bedeutet, dass nur einer, zum Beispiel du als Familien-Oberhaupt fungierst und bestimmst. Also, das schminke dir gleich ab. Wir müssen alle mitbestimmen. Drittens: Polyamorie bezeichnet auch die erotische Liebe mit mehr als einer Person über einen Zeitraum hinweg. Also keine lose Freundschaft und wahlloses Quergeficke. Aber es ist definitiv nicht Monogamie. Und zuletzt: In der Polyamorie geht es um eine langfristige Orientierung, also prinzipiell nicht Swingen. Es ist wie in einer ...
    ... großen Familie, wo sich alle lieb haben und auch miteinander schlafen. Es muss nicht, kann aber auch Inzest sein."
    
    Wir sahen uns schweigend an. Sie hatte es auf dem Punkt gebracht, die Bezeichnung unserer familiären Beziehung war nicht Inzest, sondern Polyamorie.
    
    Yasi legte ihren Kopf zurück aufs Kissen: „Die Polyamorie definiert sich also in erster Linie über die emotionale Seite von Liebesbeziehungen. Ihr liegt die Idee zugrunde, dass Liebe nichts ist, das auf einzelne Personen eingeschränkt werden müsse. Wir lieben uns alle kreuz und quer. Es ist nicht nur Sex, dass spüren wir alle, sogar Julia und Marie haben das erkannt."
    
    „Klingt wirklich nach uns", gab ich zu. „Aber Freaks sind wir trotzdem, oder wie erklärst du dir, dass mich alle Papa nennen? Fehlt nur noch, dass sie dich als Mama bezeichnen."
    
    „Ist doch schön. Ich sage doch sogar auch manchmal Papa zu dir, das gibt dem Ganzen noch eine besondere Note", erinnerte sie mich.
    
    Ich beugte mich über meine baldige Frau. „Ich liebe dich, du Freak!", hauchte ich ihr zu, dann küsste ich sie.
    
    Hinterher meinte sie: „Es ist eher wie ein Fetisch, ein Rollenspielfetisch. Mit Ausnahme von Lisa, die dich doch schon immer Papa genannt hat, oder?"
    
    „Ja, das war ihr erstes Wort. Noch bevor Mama oder Nane, für Banane. Sie war schon immer ein Papa-Kind. Das hat Sonja gewurmt. Sie hat uns oft damit aufgezogen: ‚Du und dein Papa', hatte sie immer gesagt. ‚Ich bin hier wohl vollkommen überflüssig!', meinte sie, wenn Lisa mit ...
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