1. Die Personenschützerin


    Datum: 04.11.2022, Kategorien: Romantisch Autor: Freudenspender

    ... interessante junge Frau vor sich hat. Wir sollen oder dürfen ein halbes Jahr - so gut wie ständig - zusammen sein. Da wird es sich kaum vermeiden lassen, dass wir uns näher kennenlernen", antworte ich. "Ich will dich aber zu nichts überreden. Wenn du mit mir reden möchtest, ich bin da. Dabei ist egal wann. Sobald für dich der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sag es einfach."
    
    "Warum ist ein Mann, wie du, Single?", will nun sie wissen.
    
    "Ich habe mich ganz auf meine Kariere als Politiker konzentriert. Da gab es keine Zeit für Frauen."
    
    "Bedauerst du es?"
    
    "Manchmal schon. Je älter ich werde, umso öfter frage ich mich, ob es das wert ist. Versteh mich bitte nicht falsch, ich liebe das, was ich tue. Allerdings gibt es Momente, in denen ich mich doch sehr einsam fühle. Wenn du mit 34 Jahren feststellen musst, dass du Weihnachten immer noch zuhause bei den Eltern verbringst, weil es auf Gottes weiter Welt nicht einen einzigen Menschen gibt, der sonst auf dich wartet, dann kommst du schon ins Grübeln."
    
    "Hast du nie die passende Frau getroffen?"
    
    "Ich weiß es nicht", antworte ich nachdenklich. "Ganz ehrlich? So hart es klingen mag, ich habe keine gut genug kennengelernt, um dir eine ehrliche Antwort auf diese Frage geben zu können. Ich glaube, ich kenne Mike besser, als die paar Frauen, mit denen ich in den letzten Jahren zusammen war."
    
    "Das klingt irgendwie traurig."
    
    "Ist es vermutlich auch", gebe ich unumwunden zu. "Leider ist man immer erst klüger, wenn man ...
    ... das Leben betrachtet, wenn es bereits hinter einmal liegt."
    
    "Man kann aus seinen Fehlern lernen. Hast du das nie versucht?"
    
    "Du weißt selbst, wie es mit den guten Vorsätzen ist."
    
    "Es ist aber nie zu spät, noch etwas zu ändern."
    
    "Auf welchem Kalenderblatt hast du diesen Spruch gelesen?", frage ich.
    
    Mit einem Lächeln will ich ihr zeigen, dass ich es scherzhaft meine. Es wirkt. Sie lächelt auch. Endlich! Joy blickt die meiste Zeit ernst drein. Das gehört vermutlich zu ihrem Job. Doch auch in etwas entspannteren Momenten neigt sie dazu ihre Gefühle hinter einem professionellen Gesichtsausdruck zu verbergen. Gerade deshalb empfinde ich dieses Lächeln als besonders wertvollen Moment. Sie lässt mich einen kurzen Augenblick näher an sich heran.
    
    "Entschuldige! Ich bin vermutlich die Falsche, dir Ratschläge zu erteilen."
    
    "Wir haben wohl alle unser Päckchen zu tragen", antworte ich nachdenklich.
    
    "Das wird wohl so sein", stimmt sie zu.
    
    Den Rest des Essens reden wir über erfreulichere Dinge. Joy ist eine vielseitig interessierte Frau und es macht wirklich Spaß, mit ihr zu diskutieren. So vergeht der Abend recht schnell und als wir ins Hotel zurückkehren haben wir die Flasche Wein geleert und sind gesättigt.
    
    Kapitel 3 - Die erste Nacht
    
    Wir sind im Hotelzimmer und haben uns gerade für die Nacht fertiggemacht. In Ermangelung weiterer Schlafgelegenheiten haben wir uns entschlossen, dass wir beide im Doppelbette schlafen.
    
    "Ich beherrsche Kampfsport. Komm mir ...
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