1. Wie ich tabulos wurde 04


    Datum: 31.05.2020, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLaura86

    Mein Arbeitsplatzwechsel lief schnell und unkompliziert. Die Partnerfirma befand sich im gleichen Ort, lediglich am anderen Ende. Der Chef war eine Frau -- eine Chefin demnach -- und da ich keinerlei bisexuelle oder homosexuelle Anwandlungen in mir fand, stellte sie keine Gefahr für mein unkontrolliertes Kribbeln da. Etwas, überlegte ich, was Herr Müller eventuell beabsichtigt hatte.
    
    Mein neuer Co-Chef war ein unaufdringlicher Mittdreißiger und meine Kollegen waren sogar beinahe durchgängig angenehm. Ich fügte mich schnell in das neue Arbeitsklima und das neue Team ein und war nicht unzufrieden damit, in einem neuen Pool an Menschen arbeiten zu können. Das tat ich gern -- war ich doch kommunikativ und Neuem gegenüber prinzipiell aufgeschlossen.
    
    Dass ich durch simples Kribbeln in mir meinen Job verloren hatte, kümmerte mich schlussendlich nicht weiter. Es hätte schlimmer kommen können. Viel, viel schlimmer.
    
    Ich animierte einen meiner Lover dazu, einen seiner guten Freunde zuschauen zu lassen, aber es gefiel weder ihm noch dem Gefühl der Aufregung in mir. Es war einfach nicht das Gleiche. Ich suchte virtuell sogar nach Männern, die nicht nur ihre Freundin betrügen, sondern den Betrug auch auffliegen lassen wollen, doch so ausgeschmückt deren Fantasien auch waren -- zu einem realen Treffen kam es nie. Frauen, die freiwillig zusahen, wie ihre Männer fremde Frauen vögelten, interessierten mich nicht. Wirklich aufregend war lediglich das Wissen um des Nichtwissens der ...
    ... Frau. Und, wie ich habe zuletzt feststellen müssen, der Moment des Erkennens. Der war atemberaubend und ähnlich wie der erste Moment des Kennenlernens zweier Menschen - nicht wiederholbar.
    
    Nur wenige Monate später sah ich Maik, als ich mit Freunden in der alten Heimat unterwegs war, das erste Mal wieder.
    
    Es war klar, dass das irgendwann passieren würde.
    
    Nicht klar war mir allerdings, dass er sich regelrecht schämen würde, mich wiederzusehen oder mir gar in die Augen zu schauen.
    
    Nicht klar war mir zudem meine Wut, die ich auf ihn hatte.
    
    Natürlich hatte ich an ihn gedacht. Seinetwegen masturbiert und eine Menge feuchter Träume gehabt.
    
    Jetzt aber plötzlich hatte ich Wut. Wut über seine Lügen und darüber, dass er seiner Frau ohne unser beider Wissen fremdgegangen ist. Wut über die Tatsache, dass es begonnen hat, mir zu gefallen. Und vor allem Wut darüber, dass er mit mir anscheinend lediglich versuchte, die Wunschvorstellung des Sex' mit seiner Tochter zu erfüllen.
    
    Ich hab immer wieder versucht, über dieses Thema nachzudenken. Mich in ihn hineinzuversetzen. Aber natürlich ist es mir nicht gelungen. Ich habe das Thema 'Inzest' auf Google sowie auf diversen Pornoseiten recherchiert. Habe erotische Geschichten und angebliche Berichte darüber gelesen. Und war überrascht darüber, dass das Thema 'Inzest' eine eigene Kategorie bezüglich „Porno" war... ja, sogar eine gesamte Fetischschublade füllte, auf die eine Menge Männer standen. Vor allem im Bezug auf 'unschuldiges ...
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