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Wie ich tabulos wurde 04
Datum: 31.05.2020, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLaura86
... Mädchen verführt ahnungslosen Daddy'. Ich fand die Vorstellung noch immer ein wenig ekelhaft, aber nicht mehr so atemberaubend schockierend wie noch zuvor. Dinge dieser Art hatten vorher für mich keinen Bestand in meiner Welt -- und wenn, dann nur, indem Misshandlungen stattfanden. Und die hasste und verabscheute man nun einmal völlig automatisch. Es wird einem beigebracht, sie zu hassen. Aber ich meine -- wenn man das Thema der Misshandlungen oder die Verführung Minderjähriger wegnahm, blieb lediglich Sex zwischen Verwandten übrig. Darauf konnte man nun stehen oder nicht. Und war letzten Endes wohl auch nicht wesentlich schlimmer, als Sex vor den Augen einer nicht wissenden Ehefrau. Aber zurück zu Maik. Zu Maik und dem erwarteten Wiedersehen. Zu Maik und der Wut in mir. Nicht mehr, weil die Vorstellung seiner Fantasien so ekelhaft war, sondern weil er mich neben dem Fremdgehen auch schlicht und einfach benutzt hat, um sich irgendwelche Wünsche zu erfüllen, So gut der Sex also auch war, genauso wenig hatte der wahrscheinlich überhaupt mit mir zu tun. Ich war so wütend über all das, dass ich begann, das Lied „Katherine, Katherine" von Steinwolke vor mich hinzusummen und die Endung des Namens abzuwandeln. Und als der Abend voranschritt und Maik mich bewusst versuchte, zu ignorieren, und beschämt wegschaute, wenn ihm das nicht gelang, wurde ich nicht nur von Minute zu Minute wütender, sondern nutzte einen von Maiks gespielten NDW-Sets dazu, mir eben jenes Lied bei ihm ...
... zu wünschen und, als es gespielt wurde, gemeinsam mit meinen Freunden direkt vor dem DJ-Pult lautstark dazu zu tanzen und mitzugröhlen. Und natürlich war das albern. Und kindisch. Aber mir fiel damals nichts Besseres ein. Maik, als DJ dafür bekannt, Musikwünsche zu spielen, verstand diesen Wink allerdings -- und nur darauf kam es an. Danach fühlte ich mich irgendwie befreit, aber nicht weniger wütend. Und natürlich meldete er sich nur Tage später via Handy bei mir und wollte wissen, ob wir uns treffen können. Und als ich, ohne zu überlegen, zusagte und er ein kleines Café in der Nähe meiner Wohnung vorschlug, begann es, in mir zu Kribbeln. Aus Wut und aus Vorfreude. Und weil ich bereit war, das Szenario, welches er sich anscheinend schon immer vorgestellt hatte, durchzuspielen. Warum? Weil ich Kais Dackelblick, auch wenn er verblasst war, noch immer vor Augen hatte. Weil ich den schwitzenden, gierigen Blick meines Chefs noch immer vor mir sah, als ich das erste mal mit gespreizten Augen vor ihm lag. Und ja, auch, weil ich seine Frau angelächelt hatte, während ihr Mann mich nahm. Manche Dinge verändern einen. Ich kam absichtlich eine halbe Stunde zu spät, mir darin bewusst, dass er warten würde. Und als ich das Café betrat, tat ich das gespielt hektisch und fragte am Tresen neben der Eingangstür viel zu laut nach meinem Vater, der hier auf mich warten würde. Man führte mich zu Maik und eher zufällig warf der Kellner ein „Hat es Ihre Tochter ...