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Der Lehrkörper 09
Datum: 23.12.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bys_napples
... außer Ihnen?" fragte sie höflich per SMS. „Korrekt. Und damit das so bleibt, müssten Sie etwas tun." Ich blieb beim Sie und überlegte, wo ihre Grenzen liegen würden. Dann ließ ich sie grübelnd auf ihrer Liege zurück und passte sie ab, als sie zum Einkaufen fuhr. „Ah, Frau Krone, fahren Sie zum Einkaufen? Könnten Sie mich bitte in die Stadt mitnehmen?" Sie musterte mich kurz, erkannte mich in ihrem angetrunkenen Zustand und winkte mich zur Beifahrertür. Auf dem Weg in die Stadt machten wir Smalltalk und ich erzählte ihr Unverfängliches aus Christianes Haushalt, um Gerüchte auszuräumen so wegen Gabi und mir und Kommune und so. Ich lud sie ein, mal auf ein Glas Weißwein zu uns zu kommen, wenn sie Lust haben sollte und stieg an einer Straßenecke aus und bedankte mich. Am nächsten Abend, Herbert machte wieder „Überstunden", kam sie mit einer Flasche Weißwein in der Hand und einer Art Kaftan an die Haustür und ich öffnete. „Hallo, da bin ich", strahlte sie und ich strahlte zurück: „Kommen Sie herein." Und als ich ihre Flasche sah: „Ach das wäre doch nicht notwendig gewesen, Ingeborg. Ich darf Sie doch Ingeborg nennen?" Sie fühlte sich geschmeichelt und trat ein. Ich schaute auf ihre Beine und die waren anregend. Zusammen mit Gabi und Christiane saßen wir auf der Terrasse, Ingeborg, wir duzten uns mittlerweile, neben mir und stießen mit Gläsern ihres Weißweins auf gute Nachbarschaft an. „Cin cin", prostete sie uns zu und die Gläser stießen aneinander. Wir tranken einen ...
... guten Schluck und kamen bald über internet, Messenger auf ihre Nachrichten, die sie anonym erhalten hatte. Sie wollte nicht so recht erzählen, um was es da genau ging, fühlte sich aber unter Druck gesetzt. Wie sag ich's meinem Kinde, dachte ich und entschloss mich für die Wahrheit. „Die Nachricht kam von mir", platzte ich heraus und Christiane schaute mich halb entsetzt, halb irritiert an. Gabi schaute ihre Fußnägel an. Ingeborg schaute mich, ihr Weinglas in der Hand mit offenem Mund an. „Was du da gesehen hast, ist das Ende von Herbert. In der Bank, im öffentlichen Leben, in dieser Stadt. Und du wärst dabei, beim Untergang", malte ich ihre Zukunft in düsteren Farben. „Du weißt, was sie im Knast mit Kinderfickern machen?" dramatisierte ich unnötigerweise, weil Ingeborg ging es nicht um Herbert, es ging ihr nur um sich selbst und da war sie bei mir richtig. Den Herbert hatte sie wegen des Geldes, seines Standes wegen geheiratet. Das Haus, das Auto, die Urlaube, die Restaurantbesuche. Mehr war es nicht? Und dafür hatte sie die Beine breit gemacht und soff jeden Tag 2 Flaschen Weißwein allein am Pool? Ich ahnte, dass ihr jetzt solche Gedanken durch den Kopf gingen. Dann stoppte sie ihr Gedankenkarussell. „Was willst du von mir?" fragte sie plötzlich und ich sagte ihr, dass ich sie nackt sehen wollte, so wie am Pool. Nur aus der Nähe." Sie verschluckte sich und hüstelte. Noch zögerte sie. „Die Bilder sind morgen im Netz und danach bei der Polizei." So einfach und schnell ...