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Wespensommer
Datum: 26.04.2022, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Dingo666
... wenn du willst", schnurrte sie an meinem Ohr, und alle meine Härchen stellten sich auf. "Ich bin nicht wichtiger als all die toten Schwestern auf dem Boden da." Sie spürte es. Oder las meine Gedanken. War das noch die Verbindung von vorhin, diese kurze, aber totale Verschmelzung? Doch seltsamerweise nahm meine Angst ab. Ruhe überkam mich. Ich war Teil von etwas Größerem, ohne Kontrolle, ohne wirkliche Macht. "Du bist die Königin", wandte ich ein. "Wenn du nicht da bist, wird dein Volk nicht existieren." "Ich spüre die anderen in der Ferne." Sie gähnte und streckte sich unter mir. Ihre Muschi hielt mich förmlich festgesaugt. "In diesem Jahr gibt es viele Prinzessinnen wie mich. Das Volk hat lange gewartet und geplant. Es überleben niemals alle. Doch immer genug, um das Leben weiterzutragen." Viele Königinnen, die in diesen Tagen begattet wurden, von Drohnen wie mir? Vor meinem Auge entfaltete sich das Szenario, wie es im Frühjahr wimmeln würde, landauf, landab. Von Wesen, die ich mir nicht einmal vorstellen konnte. Wespenmenschen. Menschenwespen. Oder etwas ganz anderem, noch Fremdartigerem. Gelb und Schwarz. Bewaffnet, mit Intelligenz und Gift, und organisiert als Staat, als Volk. Besser organisiert als die chaotischen Gebilde, die Menschen errichteten. Diese existenzielle Bedrohung berührte mich kaum. Das war jenseits meiner Reichweite. Ich musste sie nicht töten, hier und jetzt, und das erleichterte mich so, dass alle anderen Gefahren an Bedeutung ...
... verloren. "Haben die Menschen noch eine Zukunft gegenüber der neuen Art?", wollte ich wissen. Sie schwieg. "Lass uns nochmal Liebe machen", sagte sie dann. "Insekten lieben nicht. Menschen schon. Wenn ich das von dir lernen kann, dann ist das sicher eine gute Grundlage für unsere Nachkommen. Und für eine gemeinsame Zukunft unserer Arten" Ich hob den Kopf und sah sie an. Ihre Augen zeigten stille Zuversicht. Das war kein Witz gewesen. "Ich - ich soll Sex mit dir haben, um die Menschheit zu retten?" Ich lachte knapp. "Wäre das denn so schlimm?" Sie strich ganz zart über mein Gesicht, studierte meine Erscheinung. Meinen Hals. "Ich weiß nicht, ob ich dieser Verantwortung gewachsen bin", gestand ich. Suniva küsste mich auf den Mund. "Wir Prinzessinnen suchen uns starke Partner aus", erklärte sie mir leise. "Die besten Väter für unsere Kinder. Du bist stark. Du kannst es, wenn du willst. Ich werde heute noch diesen Platz verlassen und mir einen Unterschlupf suchen, für den Winter. Wir werden nur diesen Tag haben." Meine Gedanken drifteten zu Irina. Meiner anderen Frau. Ich musste grinsen. Vielleicht hatte Suniva recht. Immerhin hatte ich an einem Nachmittag dafür gesorgt, dass wir für den Rest des Jahres von der Wespenplage verschont blieben. Eine ganz schöne Heldentat, oder? Da würde sich doch die Rettung der Welt gut anschließen. Ich nahm sie in meine Arme und erwiderte den Kuss. "Dann solltest du zuerst lernen, dass man auch ohne Giftstiche zum Orgasmus ...